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SPRIT AUS CO2 UND WASSER

Seit November produziert das kleine Unternehmen sunfire in Dresden einen Öko-Sprit, der helfen könnte, die Welt von Erdöl unabhängiger zu machen. Der neue Kraftstoff besteht aus den einfachsten denkbaren Komponenten: CO2 und Wasser. Bilfinger ist an dem Projekt als Investor und als technischer Partner beteiligt. Audi wird der erste Abnehmer des neuen Kraftstoffs sein.

Fast überall, wo Energie gebraucht wird, werden bislang noch fossile Energieträger verbrannt. Doch sie sind endlich, ihr CO2-Ausstoß ist viel zu hoch, die Ökobilanz lässt zu wünschen übrig. Die neue Power-to-Liquids-Technologie (PtL) könnte die Lösung sein. Sie wandelt Kohlendioxid und Wasser mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom in synthetische Kraftstoffe um. Die sogenannten PtL-Kraftstoffe oder e-fuels sind eine klimafreundliche und ressourcenschonende Alternative, um die Treibhausgasquote zu erfüllen.

Kern der neuen Technik ist die Hochtemperatur-Elektrolyse, ein besonders effizientes Verfahren, mit dem Wasserstoff erzeugt wird. Dieser wird in einem zweiten Schritt mit Kohlendioxid zu Kohlenmonoxid reduziert. Am Ende steht die Umwandlung zu Benzin, Diesel oder Kerosin. Die in der Synthese freigesetzte Wärme wird in den Prozess zurückgeführt. So steigt der Wirkungsgrad der Anlage auf 70 Prozent. Das macht die Technik wirtschaftlich interessant.

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Die erzeugten Kraftstoffe sind hoch rein, da sie im Gegensatz zu fossilen Energieträgern keine Verunreinigungen wie Schwefel enthalten. Ihre Molekülstruktur lässt sich dem jeweiligen Bedarf entsprechend anpassen. So können sie im Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr, aber auch in der chemischen Industrie verwendet werden und dort Erdöl ersetzen. Für den Mobilitätssektor sind sie besonders interessant. Der neue Sprit braucht keine teure neue Infrastruktur, sondern kann über die bestehenden Tankstellen vertrieben, traditionellem Sprit beigemischt und in jeden Tank gefüllt werden.

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Bilfinger hat das Potenzial von sunfire früh erkannt und über Bilfinger Venture Capital bereits vor zwei Jahren in das Unternehmen investiert. Beim Bau der Pilotanlage war Bilfinger EMS beratend tätig, Bilfinger GreyLogix hat die MSR-Technik geliefert. 2016 soll die Technik im industriellen Maßstab verfügbar sein.